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Frühlingslyrik:
Er riecht gut, er löst seltsame Verzückung aus und wenn er da ist, muss man sich einfach verlieben. Wir haben die passenden Zeilen zum Frühling gesammelt.
"Vertraut" von Wilhelm Busch (1832-1908)
Wie liegt die Welt so frisch und traurig vor mir im Morgensonnenschein. Entzückt vom hohen Hügel schau ich ins frühlingsgrüne Tal hinein.
Mit allen Kreaturen bin ich in schönster Seelenharmonie. Wir sind verwandt, ich fühl es innig, und eben darum lieb ich sie.
Und wird auch mal der Himmel grauer; wer voll Vertraun die Welt besieht, den freut es, wenn ein Regenschauer mit Sturm und Blitz vorüberzieht.
"Frühling" von Hermann Hesse (1877-1962)
In dämmrigen Grüften träumte ich lang von deinen Bäumen und blauen Lüften, von deinem Duft und Vogelsang.
Nun liegst du erschlossen in Gleiß und Zier, von Licht übergossen wie ein Wunder vor mir.
Du kennest mich wieder, du lockest mich zart, es zittert durch all meine Glieder deine selige Gegenwart!
"Siehe, auch ich-lebe" von Christian Morgenstern (1871-1914)
Also ihr lebt noch, alle, alle, ihr, am Bach ihr Weiden und am Hang ihr Birken, und fangt von neuem an, euch auszuwirken, und wart so lang nur Schlummernde, gleich - mir.
Siehe, du Blume hier, du Vogel dort, sieh, wie auch ich von neuem mich erhebe... Voll innern Jubels treib ich Wort auf Wort... Siehe, auch ich, ich schien nur tot. Ich lebe!
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